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Die Taube fliegt weiter

Übergabe einer Friedenstaube von der Albertville-Realschule Winnenden an das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Heilbronn am 20. Januar 2020

Seit 2008 gibt es die Friedenstaube des Landshuter Künstlers Richard Hillinger. Insgesamt sind es 30 Bronzeguss-Tauben, genauso viele, wie es Artikel in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gibt. Sie haben die Aufgabe, Friedensprojekte auf der ganzen Welt anzustoßen. Dazu waren sie schon in den Händen von Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Vaclav Havel, Desmond Tutu und Papst Benedikt XVI. Auch bei Organisationen wie Amnesty International und dem Europäische Parlament verweilten die Tauben.

Seit 2012 besitzt die Albertville-Realschule eine dieser Tauben. Und seither dreht sie von Winnenden aus ihre Runden. Sie hat auch dort schon vielfältige Projekte angestoßen, unter anderem ein inklusives Tanzprojekt mit Menschen mit Behinderung und den Aufbau einer Suppenküche in Namibia.
Beim 3. Netzwerktreffen der Weltethos-Schulen im November 2019 stellte Sven Kubick, Schulleiter der ARS, die Friedenstaube und die damit verbundenen Projekte vor. Seine Idee war, die Taube in den nächsten Jahren an interessierte Weltethos-Schulen weiterfliegen zu lassen. Daraus ergab sich direkt der Kontakt zum Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, das die Taube gerne zu sich an die Schule holen wollte.

Und das hat geklappt: Am 20. Januar 2020 flog sie nun von einer Weltethos-Schule zur nächsten. Schulleiter Kubick aus Winnenden übergab die Taube in feierlicher Runde an Christoph Zänglein, Schulleiter des Elly-Heuss-Knapp Gymnasiums in Heilbronn.
Am Elly wird die Taube ein Schülerprojekt zur Erinnerungskultur begleiten. Die Religionslehrerin Andrea Urhahn kam im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten in Kontakt mit dem Lehrer Andrej Koschelnyk aus der Ukraine, dessen Urgoßvater, Semen Koschelnyk, als Zwangsarbeiter während des 2. Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurde und hier 1944 in der Bombennacht von Heilbronn den Tod fand. Sein Leben, sein Tod und sein Grab stehen im Zentrum der Nachforschungsarbeiten. „Ein wichtiges Etappenziel wird sein, dass die getöteten Zwangsarbeiter genauso geehrt werden wie alle anderen Opfer des
4. Dezember 1944 in Heilbronn“. Außerdem soll ermöglicht werden, dass die Nachfahren von Herrn Koschelnyk nach Heilbronn zu Besuch kommen können.
Das Projekt steht im Kontext des Themas „Erinnerungslernen“, das in der Schule einen besonderen Schwerpunkt hat. Dazu könnten die Forschungen und Werke von Aleida und Jan Assmann herangezogen werden, die im Herbst 2018 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels u.a. für ihr Engagement zum Thema „Erinnerungskultur“ bekommen haben.

Zur Übergabe waren neben den Schulleitern auch die Initiatorinnen des Projekts sowie Vertreterinnen der Lehrer- und Schülerschaft gekommen. Zudem waren Renate Amin und Verena Weihgold-Bauer von der Stiftung Weltethos anwesend und Herr Weimer vom Büro für Kommunales und Bildungsmanagement der Stadt Heilbronn. Dieser hat die Unterstützung der Stadt für das Projekt zugesagt.

Die Stiftung Weltethos freut sich darüber, dass die Taube nun für ca. ein Jahr am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Heilbronn verweilen wird und dann an eine weitere Weltethos-Schule übergeben wird. Erste Anfragen gab es dazu auch schon vom Justinus-Kerner-Gymnasium Weinsberg.

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Anwesende:
Herr Kubick, Schulleiter der ARS Winnenden
Herr Zänglein, Schulleiter des EHKG Heilbronn
Frau Urhahn, Religionslehrerin und Initiatorin des Projekts
Frau Hinz, ebenfalls Lehrerin und Mitarbeiterin im Projekt
Herr Grimm, stellvertr. Schulleiter des EHKG Heilbronn; Fächer: Religion, Deutsch
Frau Bailer, Fächer: Englisch, Gemeinschaftskunde
Frau Hoch, Schulsozialarbeit
Frau Günter-Weißbeck, Abteilungsleiterin – u.a. zuständig für Weltethos; Fächer: Wirtschaft, Gemeinschaftskunde, Ev. Religion
Herr Weimer, Stadt Heilbronn

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Leider liegen uns noch keine Bilder vor. Das Elly hat uns zugesichert, uns die Bilder zuzusenden.