Russische Spuren in Baden-Baden

„Impressionismus in Russland“ im Frieder Burda Museum

Baden-Baden. Seit der Zarenzeit ist die “Sommerhauptstadt Europas” Sehnsuchtsziel vieler Russen. Zu den berühmtesten Gästen zählten Mitte des 19. Jahrhunderts Vertreter der Zarenfamilie, des russischen Hochadels sowie berühmte Literaten wie Turgenev, Tolstoj, Dostoevskij und Gogol.
Nun gingen wir, Russisch-Schüler*innen der 10. und 11. Klasse, kurz vor den Sommerferien auf russische Spurensuche.
Der Ausflug startete um 8 Uhr am Heilbronner Hauptbahnhof. Unsere Bahn fuhr um 8:20 Uhr los und brachte uns nach einmaligem Umsteigen nach Baden-Baden. Vorort ging es mit dem Regionalbus weiter in die Innenstadt, wo ein kleines Problem auf uns wartete. Ursprünglich sollte uns der Bus direkt zum Museum bringen, jedoch mussten wir aufgrund von einer Straßensperrung einige Haltestellen früher aussteigen und zum Museum eilen.
Im Frieder-Burda-Museum angekommen erwartete uns schon der Guide, der uns durch die Ausstellung “Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde” führen sollte. Nach einer kurzen Einführung begann unsere Führung durch die Ausstellung.

Wir trafen dabei auf Kunstwerke verschiedener Maler*innen wie Ilja Repin, Nicolas Tarkhoff und Natalja Gontscharowa aus der Epoche des Impressionismus. Den Impressionismus in der Kunst kennzeichnen flüchtige Momentaufnahmen einer Szenerie in stimmungsvoller Darstellung.
Inspiriert von den französischen Vorbildern, entwickelten die russischen Impressionisten ihre besondere Eigenart. Sie arbeiteten en plein air und spürten der Flüchtigkeit des Moments nach, wenn sie den russischen Alltag malten. Besonders auffallend war, dass manche Bilder stark ins Detail gingen. So waren teilweise Gesichtsfalten oder einzelne Haare in Portraits zu erkennen. Andere Bilder wurden wiederum flüchtig und grob gemalt, beispielsweise Menschenmengen oder Häuser.


Nach der Besichtigung des Museums gingen wir mit der Gruppe durch die Stadt und stellten uns unsere zuvor vorbereiteten Vorträge vor. Die Vorträge handelten von russischen Schriftsteller*innen, Künstler*innen, bekannten Persönlichkeiten und historischen Gebäuden. Unser persönliches Highlight war, dass wir das berühmte Casino Baden-Badens von innen besichtigen durften. Das Casino ist deshalb so bekannt, da viele russische Schriftsteller, wie Leo Tolstoi und Fjodor Dostojewski, hier einige Zeit verbrachten und ihr letztes Geld verspielten. Tolstoi schrieb damals in sein Tagebuch: “Von lauter Lumpen umgeben. Und der größte Lump bin ich.”

Die restliche Zeit durften wir Baden-Baden selbstständig in kleinen Gruppen näher kennenlernen. Nach einem Tag voller interessanter russischer Kunstgeschichte fuhren wir mit der Bahn wieder nach Hause. Aber auch hier traf auf uns ein kleines Abenteuer. Wir mussten wieder umsteigen, hatten dafür aber nur drei Minuten Zeit und mussten von Gleis 2 bis zu Gleis 11 rennen. Sobald sich die Türen der Bahn öffneten, sprinteten wir als ganze Gruppe gemeinsam los. Wir schafften es innerhalb von nicht einmal zwei Minuten auf Gleis 11 zu stehen und auf unsere Bahn zu warten! So spürten wir auf eine andere Weise „der Flüchtigkeit des Moments nach“  Mit diesem Gefühl endete unser Tag in Baden-Baden.

Geschrieben von Anica Schleining und Nicole Schneider (J.1)